BI Zukunft Samerberg: Klimaschutz fängt in der Gemeinde an

KLIMASCHUTZ FÄNGT IN DER GEMEINDE AN

Ein Informationsabend mit Paula Reissinger, Schülerin und Mitorganisatorin der Fridays for Future Rosenheim“ und Peter Solnar, Bürgermeister der Gemeinde Aschau

Informations- und Erfahrungsaustausch zu den Themen

– Was bringt die Jugend freitags auf die Straße?

– Welche Projekte zum Klimaschutz hat unsere Nachbargemeinde auf den Weg gebracht?

Die Bürgerinitiative Samerberg lädt zum nunmehr 10. und wiederum öffentlichen Informationsabend am Mittwoch, den 11. Dezember, um 19:30 Uhr ins Gasthaus „Post“ in Törwang ein.

Referenten sind Paula Reissinger, die zum Organisationsteam von Fridays for Rosenheim gehört sowie Peter Solnar, Bürgermeister der Nachbargemeinde Aschau, der Aschauer Projekte zu diesem Thema vorstellen wird.

 

 

Zum 10. Vortrag, zu dem die Bürgerinitiative Zukunft Samerberg am Mi, 11.12.19 in den Gasthof Post in Törwang eingeladen hatte, begrüßte Mitinitiatorin Dr. Irene Schulze-Strein die Referenten Paula Reissinger und Felix Lauber, Schüler und Mitorganisatoren der Fridays for Rosenheim, sowie den Bürgermeister der Gemeinde Aschau Peter Solnar.

Zunächst stellten Paula Reissinger und Felix Lauber die Rosenheimer Gruppe der Fridays For Future-Bewegung vor.

Die Gruppe entstand im Februar dieses Jahres und bereits am 15.2. wurde von dem Organisationsteam die erste Demonstration in Rosenheim veranstaltet. Seither entwickelt sich die Gruppe stetig weiter und die Bewegung wächst. Das große Engagement der Organisatoren trägt immer mehr Früchte. So bekommen sie Bühne und Tonanlage inzwischen kostenlos gestellt und mittlerweile werden die Jugendlichen auch von den Rosenheimer Parents For Future  sowie von Scientists For Future unterstützt.

Neben den allgemeinen Forderungen der Fridays For Future-Bewegung stellen die Rosenheimer auch regionale Forderungen, u.a. dass das 2012 vom Stadtrat beschlossene Klimapaket endlich aus der Schublade, in der es seither ruht, geholt und realisiert wird, Solarstrom für alle städtischen Liegenschaften, eine autofreie Innenstadt, den Ausbau des ÖPNV und Veggie-Tage an Schulen und anderen Einrichtungen.

Ihren Forderungen verliehen die Anhänger der Bewegung auf bislang auf sechs Demonstrationen, zuletzt im November durch einen 1 ½ stündigen Marsch durch Rosenheim Nachdruck. An den letzten beiden Veranstaltungen nahmen bereits mehr als 1.000 Demonstranten teil.

Vorschläge, was jeder Einzelne tun kann, sind neben dem Aufruf, an den künftigen Demonstrationsveranstaltungen teilzunehmen, die nächste Wahl zur Klimawahl zu machen und das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest nachhaltig zu feiern –statt vieler materieller Geschenke lieber menschliche Werte in den Mittelpunkt zu stellen, sich Zeit füreinander zu nehmen, aufeinander zu achten und Nächstenliebe zu üben.

 

Im zweiten Teil betont Peter Solnar, dass ein Bürgermeister viel anstoßen kann, dass er aber ohne die Zustimmung des Gemeinderates auf verlorenem Posten stünde und ebenso könnten Gemeinderat und Bürgermeister gemeinsam nicht viel erreichen, wenn die Zustimmung seitens der Bürger ausbliebe.

So konnten in der Gemeinde Aschau, teils auch nur in Kooperationen mit Nachbargemeinden, bereits eine beachtliche Anzahl an nachhaltigen Projekten angestoßen werden, die zum Umweltschutz ebenso beitragen, wie zur Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde.

Herr Solnar stellte in seinem Vortrag eine Reihe von sehr unterschiedlichen Ansätzen vor, bei denen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung, Gesundheit und Gemeinwohl im Mittelpunkt stehen und somit eine hohe Lebensqualität der Bevölkerung sicherstellen.

Maßgeblich für den Erfolg aller Initiativen ist ein hohes Maß an Bürgernähe. Nur wenn die Bevölkerung bereit ist, die Beschlüsse und Maßnahmen mitzutragen, können Projekte gelingen – selbst wenn, wie bei der Wärmeversorgung der Fall, ein Projekt in finanzieller Hinsicht zunächst ein Verlustgeschäft für die Gemeinde ist. Hier ist man sich einig, dass der ökologische Aspekt, der mit der Verlegung von Nahwärme verwirklicht wird, auf lange Sicht wichtiger ist, als kurzfristige materielle Vorteile.

Auch finanziell sehr erfolgreich ist die mit der Genossenschaft Bürgerenergie Chiemgau e.G.  in Bürgerhand liegende Stromversorgung der Gemeinde Aschau sowie von Bernau und mittlerweile bereits sieben weiteren Gemeinden. Alle öffentlichen Gebäude in Aschau sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, die der BEC  gehören und die Gemeinde ist damit weitgehend energieautark.

Weitere „Erfolgsmodelle“, um nur einige zu nennen, sind der Aschauer Freiluftbus, wo Senioren die Schüler zu Fuß auf ihrem Schulweg begleiten, der Seniorenbus, der sehr effizient ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement betrieben werden kann, die Investition in Personal und neue Leitungen bei Wasserversorgung, die durch die Kooperation mit der Nachbargemeinde Bernau weiter in Gemeindehand liegt, sowie die Initiativen, die unter dem Dach von Region in Aktion mit der Gemeinde als Träger zusammengefasst sind, darunter der jüngst als bester Dorfladen Deutschlands ausgezeichnete Sachranger Dorfladen.

Am Beispiel von Aschau zeigt sich, dass man viel erreichen kann wenn man, so Herr Solnar, den Mut aufbringt, einfach den ersten Schritt zu wagen und nicht versucht, alle Fragen zu klären, ehe man „loslegt“.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld